Krankmacher Schilddrüse

 

Essen so viel man nur kann und trotzdem abnehmen? Für viele Menschen ist das kein Idealzustand, sondern eher ein Alptraum. Denn von Genuss kann keine Rede sein, wenn man sich stets gehetzt und aufgewühlt fühlt, weder Ruhe noch Schlaf findet, ständig schwitzt und schier unaufhaltsam Körpergewicht verliert. Die Schilddrüse kann an diesem Zustand schuld sein. Sie wiegt nur etwa 20 Gramm, doch mit ihren Hormonen steuert sie den Takt unseres Körpers. Eine Überfunktion führt dazu, dass der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft und zu ungewolltem Gewichtsverlust führt. Die Betroffenen fühlen sich ständig "unter Strom" und haben einen erhöhten Puls. Es kann dann außerdem zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Bei einer Unterfunktion, also einem Mangel an Schilddrüsenhormonen, treten die gegenteiligen Symptome auf: Man fühlt sich schlapp und müde, friert und hat einen langsamen Puls. Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit sowie Unfruchtbarkeit, Regelstörungen, trockene Haut und dünnes Haar sind weitere mögliche Folgen.

Unentbehrliches Jod
Die Schilddrüse benötigt Jod, ein Element, das mit der Nahrung aufgenommen wird, als Grundstoff für die Hormonproduktion. Da die Böden in Deutschland nur wenig Jod enthalten, ist die Versorgung mit dem unentbehrlichen Stoff schwierig. Eine gute Quelle ist deshalb Seefisch. Daneben ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz ratsam. Fehlt es an Jod, kann die Schilddrüse ihre Arbeit nicht korrekt verrichten. Es kommt zum Hormonmangel. Dieser wiederum kann dazu führen, dass die Steuerung der Schilddrüse durch das Gehirn nicht mehr richtig funktioniert. Die Drüse verselbständigt sich quasi, was eine mögliche Ursache für eine Überfunktion ist. Durch den Mangel an Jod und Schilddrüsenhormonen kann es also zu einem Überschuss kommen, der durch Medikamente gehemmt werden kann.

Die Unterfunktion der Schilddrüse kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens zum Beispiel durch Entzündungen entwickeln. Die Therapie erfolgt durch Ersatz der fehlenden Hormone mit Tabletten. Anders als viele Patienten vermuten, wird damit nicht die Unterfunktion behandelt, lediglich deren Folgen werden damit ausgeglichen. Es handelt sich nicht um ein Heilmittel, sondern man nimmt lediglich die Hormone zu sich, die der Körper selbst nicht mehr herstellen kann. Die Einnahme muss daher lebenslang erfolgen.

Viele Patienten sind mit der Notwendigkeit einer dauerhaften Einnahme nicht glücklich, weil sei glauben, Nebenwirkungen zu erleiden. Die Hormone sind jedoch dieselben, die eine gesunde Schilddrüse von sich aus bildet. Das Problem besteht darum nicht in Nebenwirkungen, sondern in der korrekten Dosierung. Die Einnahme von zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormonen erzeugt eine Art künstliche Über- bzw. Unterfunktion. Bei entsprechenden Problemen sollte darum mit dem Arzt besprochen werden, ob die Dosis angepasst werden muss. Oft legen sich die Probleme aber auch nach einer Eingewöhnungsphase von selbst.

Jod als Heilmittel
Jod hält die Schilddrüse gesund, kann aber auch bei der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion im Zuge einer Radiojodtherapie mit radioaktiven Varianten des Elements zum Einsatz kommen. Dabei wird der Umstand ausgenutzt, dass sich dieses schwach strahlende Jod – ebenso wie das gewöhnliche Jod – in der Schilddrüse anreichert. Dort gibt es seine Strahlung an das umliegende überaktive Schilddrüsengewebe ab und zerstört es. Diese Bestrahlung von innen ist sehr gezielt. Zudem strahlt das Jod nur schwach und zerfällt rasch. Das macht die Radiojodtherapie zu einer ungefährlichen und schonenden Alternative zur operativen Entfernung von überaktivem Schilddrüsengewebe.

 

 

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